Havanna

Havanna das Venedig der Karibik

Wie alles begann

Warum Havanna ? Nachdem ich mit meinem Sohn anläßlich seiner bestandenen Matura in New York war, kam von meiner Tochter die insgeheim doch erhoffte Frage: „Und Papa wo fährst Du mit mir hin, wenn ich die Matura bestehe ?“ Darüber sehr erfreut fragte ich nichts ahnend: „Wohin willst Du denn ?“ „Havanna wäre geil !“ kam es ohne Zögern. Also dann Havanna und nur Havanna, der Rest von Kuba wird warten müssen. Für einen Städteflug mit fünf Nächten, zwölf Stunden Flugzeit, sechs Stunden Zeitverschiebung vielleicht doch ein wenig ungewöhnlich, aber diese Stadt war uns das wert.

Havanna die Stadt der Gegensätze

Vorbereitungen auf Havanna

Wie vor jeder Reise haben wir den Vorsatz uns optimal vorzubereiten. Also werden die verfügbaren aktuellsten Reiseführer gecheckt und besorgt. Diese und auch booking.com werden hinsichtlich Quartieren bemüht, um letztendlich, da nicht viel Zeit in Havanna zur Verfügung stehen wird, doch auf das Reisebüro unseres Vertrauens zurückzugreifen. So buchten wir – wie erst kurz vor Reiseantritt bemerkt – eine Pauschalreise, so unter der Devise „no risk, only fun“. Das Hotel unserer Wahl ist das „Iberostar Parque Central“, fünf Sterne, mitten im Zentrum von Havanna. Auf Experimente wollen wir uns lieber nicht einlassen. Am 6. Februar 2019 in der Früh heben wir endlich von Wien über München Richtung Havanna ab !

Lebensphilosophie eines Habaneros ?

Goldbraune Nächte

Schon beim Landeanflug auf Havanna fiel mir auf, dass die Beleuchtung der besiedelten Gebiete relativ schwach und einheitlich in einer Art goldbraun gehalten ist. Diese Licht erinnert mich irgendwie an die Beleuchtung der kleinen kroatischen Hafenstädte, die ich vor rund dreißig Jahren bei meinen ersten Segeltörns kennen gelernt habe. Dies ist mir auch in Havanna selbst, schon beim Transfer nach der Ankunft zum Hotel aufgefallen.

Havanna Nights

Die Ankunft

Die Blitzlandung des Piloten treibt meiner Tochter zwar vor Ohrenschmerzen die Tränen in die Augen, doch letztendlich landen wir am späten Abend am „Aeropuerto Internacional José Martí“ von Havanna. Dass es sich dabei um den Flughafen einer Millionenstadt handelt, würde man, wenn man es nicht wüßte, nicht wirklich glauben. Offensichtlich hat es das Personal auf Grund der fortgeschrittenen Stunde auch schon eilig nach Hause zu kommen, was die Sicherheitskontrollen und den Empfang der vielzähligen Gepäckstücke relativ zügig von statten gehen läßt.

Eine der unzähligen Straßenschluchten Havannas

Da wir als Pauschalreisende -„Neckermann“ sei Dank – den Transfer vom Flughafen zum Hotel mitgebucht haben, kommen wir, dank unseres Begleiters Oscarito, in den Genuss einer kurzen Einführung in die grundsätzlichen Gepflogenheiten in der sozialistischen Republik Kuba. Seiner ideologisch durchsetzten Ansprache können wir durchaus Positives abgewinnen, da sich darunter auch einiges Informatives für unseren Aufenthalt befindet. Er berichtet auch über den uns bekannten Tornado, der rund eine Woche vor unserer Ankunft Teile von Havanna verwüstet hat und lässt auch den sich einige Tage zuvor ereigneten Meteoriteneinschlag auf Kuba nicht unerwähnt. Was kann uns also noch passieren. Auch trichtert er uns ein, dass wir uns am nächsten Morgen um 8:30 an der Rezeption eines benachbarten Hotels für weitere Informationen einfinden sollen. Wir wissen schon jetzt, dass wir diesbezüglich „Neckermann“ enttäuschen werden und als selbst ernannte pauschal Individualreisende Havanna auf eigen Faust erkunden werden.

Das typische Straßenbild von Havanna

Das Hotel

Das zentral am gleichnamigen Park gelegene Hotel läßt bezüglich Ausstattung und Service kaum Wünsche offen und ist für unseren kurzen Aufenthalt in Havanna eine hervorragende Adresse. Eine nette grosszügige Musikbar im Empfangsbereich, Pool mit Bar am Dach, ein tolles Frühstücksbuffet und überaus freundliches Personal, was will man mehr.

Die Aussicht von der Dachterasse unseres Hotels

Gehege für Touristen

Was uns relativ schnell klar wird ist, dass gewisse sanierte Stadtteile wie etwa um den Parque Central und die Plaza Vieja wie ein Gehege für Touristen wirken und dort der Charme der Stadt schon ein wenig verloren gegangen erscheint. Hier haben sich auch schon die weltweit bekannten Mode- und Fashionlabels niedergelassen und man könnte sich auch in einer südeuropäischen Stadt wähnen.

Verlässt man jedoch die Trampelpfade, befindet man sich relativ schnell in den ursprünglichen den Habaneros gehörenden Gassen Havannas, die das Lebensgefühl in dieser Stadt zumindest erahnen lassen.

Das wahre Havanna

Die Trinkstätten des Ernest Hemingway

Ob der Satz „My mojito in La Bodeguita, My daiquiri in El Floridita“ nun wirklich von Ernest Hemingway stammt sei dahingestellt, jedenfalls haben uns die Menschenschlangen vor dem La Bodeguita del Medio und dem El Floridita davor abgeschreckt, in diesen Lokalen einen Mojito oder einen Daiquiri zu konsumieren.

Kritischer Blick vor der La Bodeguita del Media

Uns hat es von den Lieblings-Trinkstätten des legendären Schriftstellers besonders das „Dos Hermanns“ direkt am Hafen angetan. Als wir das Lokal betreten, spielt gerade eine Band und die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen. Der freundliche Barkeeper begrüßt uns mit der Frage „Dos Mojitos ?“, die wir natürlich bejahen und dieser schmeckt wirklich besonders gut. Die Bar hat eine besondere Atmosphäre, die Band spielt super, das Publikum geht leidenschaftlich mit und sogar der Kellner tanzt zwischendurch mit der Frau eines Besuchers.

Dos Hermanos

Malecón

Magische Uferpromenade oder vierspurige Stadtautobahn am Atlantik ? Auf vier Spuren rollt der Verkehr stinkend und lärmend über den Malecón, aber es ist uns vom ersten Moment an klar, dass es sich sowohl für die Habaneros, als auch für die vielen Besucher der Stadt, um einen Sehnsuchtsort handelt. Kilometerlang bogenförmig verlaufend, trennt er den Atlantik von Havanna, bevölkert von Fischern, Händlern, Musikern, Touristen, Liebespaaren, jungen und alten Kubanern. Keine Ampeln, kein Zebrastreifen, keine Möglichkeit ihn geordnet zu überqueren. Das erfahren wir einmal eindringlich, als es meiner Tochter nicht gelingt mir über die Straße zu folgen. Ein Kubaner bemerkt das und bietet mir an, sie von der anderen Straßenseite zu mir zu bringen. Blitzschnell ist er drüben, bietet ihr seinen Arm an und geleitet sie elegant durch den ständig dahinfließenden Verkehr zu mir. Den CUC den ich ihm in die Hand drücke, erwartet er selbstsicher lächelnd und nimmt ihn sogleich entgegen.

Malecón

In ganz Havanna gibt es unzählige Baustellen, so auch am Malecón. Die ganze Stadt macht in großen Teilen einen sanierungsbedürftigen Eindruck, was jedoch auch den besonderen Charme Havannas ausmacht. Als wir so auf der Uferpromenade dahin spazieren, ist plötzlich ein Loch so groß wie ein Gullydeckel vor uns; völlig ungesichert, direkter Zugang zum unterspülenden Meer. Das lässt uns dann doch ein wenig erschrecken. Bei uns in Europa natürlich völlig undenkbar.

Und immer wieder am Malecón

Hotel Ambos Mundos

„Die Zimmerfenster im Nordostflügel … gehen nach Norden hinaus, über die alte Kathedrale, die Hafeneinfahrt und das Meer hin, und nach Osten bis zur Halbinsel Casablanca, über die Dächer all der Häuser, die dazwischen liegen, und das ganze Hafenbecken. Wenn Sie, die Füße nach Osten ausgestreckt, schlafen, was sicherlich gegen die Vorschriften bestimmter Religionen ist, scheint Ihnen die Sonne beim Aufgang über der Casablanca-Seite ins offene Fenster, will ihr Gesicht erreichen und weckt Sie, einerlei, wo Sie am Abend waren.“ (Ernest Hemmingway: Der Marlin. Ein Brief aus Kuba.)

Aussicht durch ein Fenster des Hotel Ambos Mundos

Wieder eine der belegten Wirkstätten des Schrifstellers Ernest Hemmingway, der dem Charme Havannas erlegen sein muss. Wir fahren mit dem von einem Hotelangestellten bedienten Lift auf die Dachterasse und genießen bei kubanischer Livemusik, die nie aufdringlich ist, den prachtvollen Ausblick über die Dächer Havannas.

Im Touristenbus zur Plaza De La Revolucion

Früher hatte ich eine besondere Abneigung gegen die Doppeldecker-Touristenbusse, wie es sie schon in allen grösseren Städten auf der Welt gibt. Aber es ist auch hier in Havanna eine einzigartige Möglichkeit eine Stadt – zumindest oberflächlich – in kurzer Zeit zu erkunden, obwohl wir uns gerade hier wie die Teilnehmer einer Safari vorkommen, die durch ein Wildgehege geführt werden. Die teilweise skeptischen und verständnislosen Blicke der Einwohner an den Rändern der Straßen lösen, zumindest bei mir, ein gewisses Unbehagen aus.

Im Touristenbus auf der Plaza De La Revolucion

Nachdem der Bus auf Grund eines offensichtlichen Defektes mehrmals mitten im Verkehr stehen bleibt und erst nach unzähligen Startversuchen durch den Fahrer, dem ungeduldigen Gehupe der anderen Verkehrsteilnehmer, letztendlich unter dem Beifall der Touristen wieder Fahrt aufnimmt, müssen wir dann doch aussteigen und auf einen Ersatzbus warten. Dieser ist erstaunlicherweise relativ schnell zur Stelle. Auch das ist natürlich Havanna.

Plaza De La Revolucion

Die Faszination dieser Stadt ergibt sich – sicherlich sehr verkürzt – auch aus der doch einzigartig wechselhaften Geschichte aus spanischer Kolonialherrschaft und „sozialistisch“ kubanischer Revolution. Auf der durch räumliche Maßlosigkeit geprägten Plaza De La Revolucion wird uns das eindringlich bewusst. Hier dominieren die „Sakralbauten“ der kommunistischen Partei Kubas das den Platz säumende architektonische Ensemble. Am Gebäude des Innenministeriums prangt eine riesige Metallskulptur von Che Guevaras an der Fassade. Auf der Aussichtsplattform des hundertzwölf Meter hohen Obelisken, der die Allmacht des Diktator Batista eindrucksvoll erahnen lässt, hat man einen wunderbaren Rundblick auf Havanna.

Rundblick von der Aussichtsplattform des Obelisken

Die Gondeln Havannas

Die Gefahr ist natürlich groß, dass Havanna zu einem „karibischen Disneyland“ verkommt. Auf unseren Spaziergängen durch die Stadt fährt eigentlich pausenlos einer der unzähligen bunten, mit Touristen besetzten Oldtimer an uns vorbei. Ständig wird man angesprochen, doch eine Fahrt zu buchen, jedoch nie aufdringlich und eine Ablehnung wird immer freundlich akzeptiert.

Die Gondeln Havannas

Spontan fällt mir der Vergleich mit den Gondeln in Venedig ein: Auch hier in Havanna schlängeln sich Kolonnen von Oldtimern durch die Straßen und passieren mit den ununterbrochen fotografierenden Touristen die besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Havanna ist das Venedig der Karibik, eine auf den ersten Blick völlig unverständliche Aussage, erscheint angesichts dieses Treibens doch recht plausibel.

Die Oldtimer scheinen allgegenwärtig

Wie meiner Tochter schon vor der Abreise versprochen, machen auch wir, nach kurzem aussichtslosen Verhandeln mit dem Fahrer über den Preis, eine Rundfahrt in einem unglaublich lauten und stinkenden Oldtimer. Und ganz ehrlich gesagt, ist es schon ein echtes Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.

Callejon de Hamel

Am Sonntagnachmittag brechen wir zum Callejon de Hamel auf. Eigentlich nur eine kurze Gasse mit Wandmalereien und einigen kleinen Geschäften und Bars, aber allwöchentlich, am frühen Sonntagnachmittag, verwandelt sich diese Straße in einen brodelnden Schmelztiegel afro-kubanischer Kultur, wenn hier die legendären Rumbasessions abgehen.

Callejon de Hamel

Die Protagonisten dieser Kultur streben scheinbar allesamt, in teils prächtigem Ornat, in dieses kleine Gässchen und geben sich den Rumbarythmen voller Inbrunst hin. Wir stellen fest, das hat wirklich was und flüstern uns gegenseitig abwechselnd repetitiv ein „Wahnsinn echt geil“ zu. Natürlich wird auch hier ständig versucht uns mit irgendwelchen besonderen Angeboten Getränke oder sonst irgendetwas anzudrehen. Standhaft verweigern wir sämtliche diesbezüglichen Versuche und geben uns dem ausgelassenen Treiben hin. Allen potentiellen, zukünftigen Havannabesuchern sei dringend angeraten: „Bitte gebt Euch das unbedingt !“

Teilnehmer der Rumbasessions

Die sprichwörtliche Gastfreundschaft

„My best friend“ schallt es aus allen Richtungen, sogar beim Frühstück werden wir von der Kellnerin, die uns den Kaffee bringt, mit diesen Worten angesprochen. Wir verstehen es natürlich zu deuten, aber es freut uns trotzdem, weil es niemals aufgesetzt auf uns wirkt. Auch vor den Lokalen werden wir ständig angesprochen und mit den besten Angeboten und Speisen angelockt.

Wieder einmal hören wir ein: „Special offer today!“, welches wir bereits routiniert ignorieren. Das darauf folgende „Perhaps tomorrow!“ lässt uns natürlich nicht weich werden. Bei „Perhaps next week!“ sehen wir uns leicht schmunzelnd an. Das „Perhaps next month!“ lässt uns bereits schallend lachen und beim „Perhaps next Year!“ ist das Eis gebrochen; wir drehen uns um und winken dem adrett mit einer Speisekarte ausstaffierten jungen Kubaner lächelnd zurück.

Cafe Paris

Am Nachmittag schlendern wir wieder einmal den Malecón entlang und landen in der Bar eines Restaurants. Wir gönnen uns den obligaten Mojito und durchforsten unseren Reisführer nach einem Restaurant für den Abend. Zu unserer Überraschung lesen wir, dass wir uns in einem der bekanntesten spanisch-karibischen Lokalen der Stadt befinden, mit einer sehr schönen Terrasse, die im ersten Stock sein soll. Sofort spreche ich den Kellner am Eingang an, um einen Tisch auf eben dieser zu reservieren. Er führt uns sogleich hinauf und tatsächlich bekommen wir einen Tisch, zwar in der zweiten Reihe, aber dennoch mit sehr schöner Aussicht.

Vor dem Grand Hotel Manzana

Der uns bedienende Kellner ist sehr nett, ein zweiter lässt uns mehr oder weniger links liegen und bedient uns mit der offensichtlich „nötigen“ Distanz. Vom Nebentisch vernehmen wir uns sehr bekannte Sprachfetzen, wobei wir uneinig sind, ob es sich dabei um unsere Lieblingsnachbarn oder um unsere eigenen Landsleute handelt. Auch ein Kubaner sitzt an diesem Tisch, wobei wir auf Geschäftsleute oder ähnliches tippen. Das überhebliche den Kellnern gegenüber an den Tag gelegte Gehabe, lässt mich an den Begriff „Kolonialherren“ denken. Es werden Speisen kritisiert, das Nachschenken der Gläser mit besonderen Weinen urgiert und auch die obligaten Zigarren, den anderen Gästen gegenüber rücksichtslos konsumiert. Als der vermeintliche Kubaner das nochmalige Befüllen seines Glases mit Wein verweigert und daraufhin den Tisch verlässt, vermuten wir, dass es sich dabei wahrscheinlich um den einheimischen Fahrer der Gesellschaft handeln muss. Das Geschehen lässt uns nach dem sehr guten Essen mit einem gewissen Unbehagen die Rechnung ordern und die Terrasse verlassen. Beim Hinausgehen öffnet uns, der vorher sehr distanziert wirkende Kellner, die Tür und verabschiedet sich überaus freundlich. Das lässt mich sogleich an das Sprichwort „Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück.“ denken.

Musik liegt über Havanna

An allen Ecken hört man in Havanna Musik. In vielen Bars spielen Live-Bands, oft sammeln sich Menschentrauben davor, nie aufdringlich, immer entspannt. Man kann diese starke Verbindung der Stadt mit der Musik spüren und fühlen. Der obligate Rundgang eines oder mehrerer Bandmitglieder um Geldspenden ist nie störend oder aufdringlich, sondern für uns selbstverständlich und für die Habaneros sicher ein wichtiger Zuverdienst zu den sonst spärlichen Einkünften. Und spielt die jeweilige Band dann den Buena Vista Social Club Klassiker „Chan Chan“ dann löst das bei uns ein wahres Hochgefühl aus und wir können die Anziehungskraft dieser Stadt noch besser verstehen.

Kubanische Lebensfreude

Der sprichwörtlichen kubanischen Lebensfreude glaubt man in den Touristenvierteln an jeder Ecke zu begegnen, schaut man jedoch ein wenig hinter die Kulissen, verflüchtigt sich dieser Eindruck doch relativ schnell wieder. Oft scheint diese doch eher davon geprägt zu sein, sich ein Zubrot zu verdienen. Doch wenn man sich in die Viertel begibt, deren Straßenbild nicht von den Touristen geprägt ist, kann man sie spüren, diese Freude am Leben und vor allem an der Musik.

Das kann ich auch anläßlich unseres zweiten Besuches im „Dos Hermanos“ hautnah miterleben. Als wir dorthin kommen, hat die Band ihr offizielles Programm bereits beendet und ist scheinbar nicht mehr im Lokal. Nach einiger Zeit muss ich notgedrungen die Toilette aufsuchen und sehe dabei die Bandmitglieder allesamt vor der Küche sitzen und dort ein Privatkonzert für die Angestellten des Lokals und – so zumindest mein Eindruck – auch für sich selbst zu geben.

The End Of A Dream

Havanna, eine Traumstadt ? Ein Sehnsuchtsort? Ist diese Reise eine Traumepisode, aus der man gerne wieder aufwacht, oder würde man gerne weiter träumen ? Es gibt Städte, die die Erwartungen, die man in sie setzt, sofort erfüllen können und solche die das nicht oder erst nach mehrmaligen Besuchen tun. New York gehört für mich zu den Ersteren. Sie hat mich bereits bei der Fahrt mit dem Taxi vom Kennedy Airport nach Manhattan völlig überwältigt. Triest auf der anderen Seite gehört zu den Zweiteren. Anfangs hat sich meine Begeisterung in Grenzen gehalten, mittlerweile gehört es aber zu meinen absoluten Sehnsuchtsorten. Bei Havanna bin ich mir noch ein wenig unsicher, aber ich denke auch diese Stadt ist eine, in die man wieder zurückkehren muss und je öfter man das tut, desto mehr wird man ihr verfallen.

Wenn man die Musik so mag wie wir, muss man diese Stadt einfach lieben und natürlich auch die Menschen, die für diese verantwortlich sind. Vor allem wir Besucher haben eine Verantwortung für dieses Havanna und wir sollten sorgsam mit dieser umgehen und der Stadt und ihren Einwohnern vor allem mit dem gebührenden Respekt begegnen.

The End of a Dream ?

Zwei Empfehlungen zum Schluss

Auf eine Aufzählung von zu empfehlenden Reiseführern will ich an dieser Stelle verzichten, diese kann man in jeder gut sortierten Buchhandlung begutachten und erwerben.

Eine Buchempfehlung möchte ich jedoch abgeben: „Havanna Ein Reisebegleiter“ von Roman Rhode erschienen als Insel Taschenbuch (it 3608). In diesem erfährt man in neun beschrieben Spaziergängen viel über die Geschichte und die Besonderheiten von Havanna.

In dem beeindruckenden Dokumentarfilm „Cuba and the Cameraman“ begleitet der Regisseur Jon Alpert über 42 Jahre den Revolutionsführer und Diktator Fidel Castro sowie drei Familien, die von dessen Politik beeinflusst wurden. Auf diese Weise bekommt man ein detailliertes Bild des kommunistischen Landes, auf Grundlage der kubanische Revolution und ihre Folgen, präsentiert.

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